Fremde Gedanken - Teil 2
Elle's Lieblingsstein Als der Spiegel mein Freund wurde Elle's Lieblingsstein Gebrochene Flügel
Elle's Lieblingsstein anders lieben Elle's Lieblingsstein Geigentöne
Elle's Lieblingsstein An eine Katze Elle's Lieblingsstein Ich wünsch Dir Zeit
Elle's Lieblingsstein Beziehungsansichten Elle's Lieblingsstein Kind der Erde
Elle's Lieblingsstein Cyber-Illusion Elle's Lieblingsstein mann
Elle's Lieblingsstein Das Böse Elle's Lieblingsstein Night
Elle's Lieblingsstein Der Fluss Elle's Lieblingsstein Reden
Elle's Lieblingsstein Der Tod eines Traums Elle's Lieblingsstein Schicksal
Elle's Lieblingsstein Die Brücke Elle's Lieblingsstein Sonne und Mond
Elle's Lieblingsstein Die Stunde Elle's Lieblingsstein spiegel
Elle's Lieblingsstein Freilassen Elle's Lieblingsstein Vergiss Dein Ich
Elle's Lieblingsstein Gedicht eines Unbekannten Elle's Lieblingsstein Warten

Gedicht eines Unbekannten
Es führen über die Erde Strassen und Wege viel
Aber alle haben dasselbe Ziel
Du kannst reiten und fahren zu Zweien und zu dritt

Für Gott gehen wir eigentlich zurück
im Leben vom Alter in die Jugend

Vor mir getrieben weht ein welkes Blatt
Wandern, Jungsein und Lieben seine Zeit und sein Ende hat
Das Blatt irrt ohne Gleise, wohin der Wind es will,
hält erst im Wald und Moder still
Wohin geht meine Reise?

So nimm denn meine Hände und führe mich
Bis an mein selig Ende und ewiglich
Ich habe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher wird mir Hilfe kommen?
Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht

Wir hoffen und glauben,
dass jedes Ende
ein strahlender Anfang ist

Denn Leben und Tod
sind eins, so wie der Fluss und das Meer eins sind
Drum ist kein Wissen noch Können so gut
Als dass man alles Schwere
alleine tut

Von dem Menschen, den Du geliebt hast,
wird immer etwas in Deinem Herzen zurückbleiben:

etwas von seinen Träumen
etwas von seinen Hoffnungen
etwas von seinem Leben
alles von seiner Liebe

Reden
Sobald wir etwas aussprechen, entwerten wir es seltsam.
Wir glauben in die Tiefe der Abgründe hinabgetaucht zu sein,
und wenn wir wieder an die Oberfläche kommen,
gleicht der Wassertropfen an unseren bleichen Fingerspitzen
nicht mehr dem Meere, dem er entstammt.

Wir wähnen eine Schatzgrube wunderbarer Schätze entdeckt zu haben,
und wenn wir wieder ans Tageslicht kommen,
haben wir nur falsche Steine und Glasscherben mitgebracht;
und trotzdem schimmert der Schatz im Finstern unverändert.

Maeterlinck

Vergiss Dein Ich
Vergiss dein Ich,
dich selbst verliere nie.

Herder

Warten
Frustriert sitze ich im Starthäuschen
und warte darauf, dass das Leben beginnt.
Da fällt der vermeintliche Startschuss
und trifft mich mitten ins Herz.

Niederberger

Geigentöne
Seidene Geigentöne,
die mir wie Holzsplitter in die Haut eindringen
und Säbeln gleich meine Seele durchbohren.

Niederberger

Schicksal
O wunderliches Schicksal über mir.
Als wär ich von dem Skorpion gestochen
und hoffte Heilung durch dasselbe Tier.

Ich wünsche frei zu sein von meinen Nöten
und doch mich ihrem Grund zu unterjochen.
So bleibt kein Ausweg mehr. Es wird mich töten.

Rainer Maria Rilke

Die Brücke
Hier und jetzt. Das dort und später reizt.
Eine unüberwindbare Distanz dazwischen.
Eine Schlucht, die sich aufreisst.
Alles sollte möglich sein, und alles ist möglich.

Die Kraft der guten Gedanken
trägt mich Schritt für Schritt.
Zuerst kleine und vorsichtige,
dann grosse und sichere.

Sie ist begangen und das später ist jetzt
und das dort erreicht.
Gefunden, was ich gesucht,
und erreicht, was unmöglich schien.

Die Brücke, die ich schlug.
Hier und jetzt. Das dort und später reizt.
Eine unüberwindbare Distanz dazwischen.

Die Brücke.

Gesehen im McDonalds Chur, Alexanderstrasse

Als der Spiegel mein Freund wurde
Ich öffne die Augen und liebe mich.
Ein Narziss?
Ja, vielleicht, wer weiss? Ich auf jeden Fall nicht.
Also betrachte ich mich im Spiegel.
"Ich liebe Dich."

Wen denn? Wen meinst du denn?
Es ist niemand hier.
Und überhaupt, was weisst du denn schon
von der Liebe?
Jetzt reicht's. Ich möchte den Spiegel zertrümmern.
Ob ich die Liebe kenne.
Kennt ein Bergarbeiter seinen Berg?
Tief drunten im Stollen liebkost er ihn, liebt er ihn.
Vom Berg beschützt und
zugleich von ihm bedroht - von ihm allein.
Raus aus dem Stollen und Flucht bei Nacht und Nebel.

Doch der Berg bleibt.
Will er überleben, muss er zurück unter Tage,
zurück zu seinem Berg.
"Kein leichtes Unterfangen einen Berg abzutragen",
grinst es mir schemenhaft ins Gesicht.

Der Spiegel fällt zu Boden, zerbricht,
das Grinsen verschwindet,
doch der Berg bleibt.

Niederberger

Das Böse
Das Böse ist kein Fremder ohne Gesicht, der in der Ferne lebt,
Das Böse hat ein nettes, vertrautes Gesicht,
mit fröhlichen Augen und offenem Lächeln.
Das Böse weilt unter uns, trägt eine Maske :
die aussieht wie unser aller Gesicht

Buch des gezählten Leids

Kind der Erde
Auf Wegen, die das Licht nicht sehn,
in Dunkelheit seh ich dich gehn
und die Erde verstehn,
für dich flüstert jeder Ort,
für dich reimt sich jedes Wort,
und ihr Tanz trägt dich fort ...

Jetzt stehst du vor mir, Erdenkind,
schickst mir Bilder mit dem Wind,
bis sie tief in mir sind,
in deiner Nähe schweigt die Zeit,
berührst mich mit Vergangenheit,
scheint der Weg auch so weit ...

Gebrochene Flügel
Du fühlst dich schlafen, und du spürst das Licht,
und helle Strahlen suchen dein Gesicht,
du hörst die Stimmen, die vorüberziehn
und sorglos in die Dunkelheit entfliehn;
du kamst geflogen aus der nahen Nacht
und hast so viel Träume mitgebracht,
doch als der Tag anbrach, da trafst du mich,
und nur gebrochne Flügel hielten dich ...

Und niemals schweigt der Wind
und ruft dich zu sich,
und du folgst ihm blind,
schon morgen wirst du fortgeflogen sein,
gebrochne Flügel heilen von allein ...

Ach, könnt ich nur fliegen so wie du,
ich würde mit dir ziehen immerzu,
dann wären warme Winde mein zu Haus
und meine Träume wildes Sturmgebraus;
solang du hier bist, lebt die Nacht in mir,
schüchterne Worte geb ich dir dafür,
doch der Tag wird kommen, wenn du gehst
und mit gebrochnem Herzen vor mir stehst ..

Und niemals schweigt der Wind
und ruft dich zu sich,
und du folgst ihm blind,
schon morgen wirst du fortgeflogen sein,
gebrochne Flügel heilen von allein ...

Andreas Fischer

Die Stunde
Es war noch Zeit; ich konnte gehen,
Und alles wäre ungeschehn,
und alles wäre rein und klar,
Wie es vor jenem Tage war!

Es musste sein. Die Stunde kam,
Die kurze, schwüle, und sie nahm
Unwandelbar mit jähem Schritt
Den ganzen Glanz der Jugend mit.
Kennst du das auch...

Kennst du das auch, dass manchesmal,
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen musst?
Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch;
Du weinst, weinst ohne Halt - Kennst du das auch?
Wie sind die Tage schwer

Wie sind die Tage schwer!
An keinem Feuer kann ich erwärmen,
Keine Sonne lacht mir mehr,
Ist alles leer,
Ist alles kalt und ohne Erbarmen,
Und auch die lieben klaren
Sterne schauen mich trostlos an,
Seit ich im Herzen erfahren,
Das Liebe sterben kann.
Kleiner Gesang

Regenbogengedicht,
Zauber aus sterbendem Licht,
Glück wie Musik zerronnen,
Schmerz im Madonnengesicht,
Das eins bittere Wonne...

Blüten vom Sturm gefegt,
Kränze auf Gräber gelegt,
Heiterkeit ohne Dauer,
Stern, der ins Dunkel fällt.
Schleier von Schönheit und Trauer
Über dem Abgrund der Welt.
Berge in der Nacht

Der See ist erloschen,
Schwarz schläft das Ried,
In Träume flüsternd,
Ungeheuer ins Land gedehnt
Drohen die hingestreckten Berge,
Sie ruhen nicht.
Sie atmen tief, und sie halten
Einer den andern an sich gedrückt.
Tief atmend,
Mit dumpfen Kräften beladen,
Unerlöst in verzehrender Leidenschaft.
Wollust

Nichts als strömen, nichts als brennen,
Blindlings in das Feuer rennen,
Hingerissen, hingegeben
Der unendlichen Flamme: Leben!

Plötzlich aber, bang durchzittert,
Sehnt aus dem unendlichen Glück
Angstvoll sich das Herz zurück,
Das den Tod im Lieben wittert ...

Hermann Hesse aus: "Das Lied des Lebens"

Sonne und Mond
Sie driften aneinander vorbei
Wechseln kein Wort
Spüren nur des anderen Licht und Kraft
Nie kommen sie zusammen
Und sind doch vereint in alle Ewigkeit
Sonne und Mond

Sandra Ledermann, Oberstreu

Der Fluss
Du berührst nie zweimal einen Fluss an derselben Stelle,
denn das Wasser verändert sich jede Sekunde.
Aber es wird immer derselbe Fluss sein,
den Du berührt hast.

Inga Meissner, Hamburg

An eine Katze
Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz' neben mir und schau mich dann
Mit Deinen lieben Augen an,
Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, so treu und hold.

Dein wundervolles weiches Fell,
schwarz und hell,
So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die Dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.

Die Hunde freunden gern sich an
Mit jedermann.
Doch Du, von lauterer Natur,
Liebst mit Deiner Pfote mich -
Ja, Lieber, ich verstehe Dich.

Was geht wohl vor in Deinem Geist -
Ach, wer weiss?
Wenig nur ist uns bekannt
Trotz unserem Freundschaftsband.
Vielleicht ist's dem Menschen nur vergönnt,
Dass er das Leben besser kennt.

Algernon Charles Swinburne

Beziehungsansichten
Eine Beziehung ist wie ein
Garten. Wenn der Garten
erblühen soll, muss er
regelmässig bewässert
werden. Neue Saat muss
in die Erde gebracht und
unerwünschte Kräuter und
Pflanzen gejätet werden.

Sich verlieben ist wie der
Frühling. Wir haben das
Gefühl, unser Glück kann
niemals enden.

Während des Sommers
merken wir, dass der
Partner nicht immer so
vollkommen ist, wie wir
am Anfang gedacht hatten.

Wenn wir im Sommer den
Garten in Ordnung halten,
können wir im Herbst eine
reiche Ernte einfahren, die
Frucht unserer Arbeit.

Während der kalten
Monate des Winters zieht
sich die Natur in sich
selbst zurück. Es ist eine
Zeit der Ruhe und der
inneren Ereunerung. Es ist
die Zeit, in der wir mehr
auf uns selbst als auf
unsere Partner achten
müssen, um Liebe und
Erfüllung zu finden.

Nachdem wir uns im
dunklen Winter der Liebe
selbst geliebt haben,
können wir uns darauf
verlassen, dass der
Frühling wiederkommen
wird.

Seat

Der Tod eines Traums
Ich hab doch nur für Dich gelebt...
Hab nach Dir gerufen
Nach Dir gestrebt.....
Mich nach Dir gesehnt
Mich nach Dir verzehrt
Und anfangs doch so sehr dagegen
Gewehrt
Hab für Dich alles vergessen
Alles verlassen
Das ganze Leben für Dich ignoriert.....
Traum hast Du das nicht gespürt?

Traum konntest Du nicht diese Hitze fühlen
Die ich Dir gab mit all meinen Gefühlen
Konntest Du nicht die Tränen sehn
Wolltest oder konntest Du
Mein träumen nicht verstehn....

Hab so viele einsame Stunden nur an Dich
gedacht
Mich um jede Realität des Lebens gebracht
Weisst Du Traum
Irgendwo bist Du ja immer fern
Und doch weiss ich
Ich hab Dich so gern

Du gibst mir alles
So wie ich das brauch
Mal ist es Distanz
Mal ist es Nähe...
Einfach so wie ich Dich gerade sehe

Und immer bist Du mir nah.
Bist niemals ganz fern
Traum ich hab Dich zum Träumen gern.

Doch wer hat diese Illusion
Diesen Traum mir genommen
Ich bin so gern
In seinen Armen geschwommen
Ich hab ihn genossen
Ich hab ihn begehrt...
Der Traum hat sich dagegen niemals
Gewehrt

Nun Traum ich muss Dich zu Grabe tragen
Werd in Tränen versinken
Und um Dich klagen
Und dabei warst du nur ein Traum –
Ich glaube es kaum
Ich kanns nicht begreifen
Kanns nicht verstehn
Konnte Dich nie in der Wirklichkeit sehn
Und trotzdem Traum – Du
Warst so schön

Werde oft noch an Dich denken
Denn Träume sollte man nie verschenken
Werd viele Tränen für Dich
Vergiessen
Und aus Tränen werden neue Träume spriessen

(denn das Träumen sollte man nie aufgeben)

M.P.

Cyber-Illusion
Es war ein Vertrautsein....
Es war ein Verstehen....
Und doch konnte ich nicht in Deine Augen sehen

Es war Distanz – und doch war es Nähe...
So als ob ich Dich vor mir stehen sehe......
Eine Intimität.......mit nichts zu vergleichen....
Gefühle......auch nicht zu beschreiben.....

Es war ein Nichthabenkönnen und trotzdem so sehr wollen
So hätte man das stehen lassen sollen......
Diese Neugier dieses Verlangen.......
Hielt den Blick am Bildschirm gefangen......

Das Aussehen spielte dabei keine Rolle mehr......
Cyberverstehen gibt unendlich mehr......
Es sind Gefühle...die kann man nicht beschreiben...
Man kann sie auch nicht mit Liebe vergleichen.

Viele Worte und soviel versprochen......
Und danach doch alles gebrochen......

Der Wunsch war einfach - ein schönes Spiel
Mit Achtung...Respekt und Ehrgefühl........
Cybergefühle.......

Gerät man in eine Teufelsmühle.......
Man kommt nicht mehr heraus........
Wie in einem Strudel.......
Es zieht Dich hinunter.......
Bis an den Grund........
Du fühlst Dich wie im Höllenschlund.......
Du liest ständig das Pseudo liest ständig den Namen....
Kommst nicht mehr raus......
Du brauchst es
Brauchst die Worte........
Die Xle und um was es sonst noch geht........
Auch wenn Du Dich selber schon lange nicht mehr verstehst........

Es kommen die Tage grau in grau.......
Du fühlst es Du spürst es ganz genau....
Und doch die Augen auf den Bildschirm gebannt...
Wurde nicht eben das „Pseudo„ genannt........

Dieses Verlangen – dieses Nichmehrhabenkönnen.......
Soll man das Cyberverlust........nennen....
Davon rennen kannst Du nicht.......
Willst Du nicht.......
Und geht auch nicht mehr.......
Und Du machst Dir damit das Leben so schwer.

Du verletzt Dich..Du zerstört......
was nur ein Spiel einmal war...
Du kommst mit Cyber und Reality
Und mit Dir selber nicht mehr klar......

Zerstörst...Dich selber.......
Mit oder ohne Grund?.......
Was sagt Dir das.......
Wer hast das Recht dazu......

Verantwortlich für Dich .....
Bist nur selber "DU"

M.P.

Night
Nacht, die Dunkelheit umfängt mich,
ich sinke dahin
hülle mich in den Mantel aus glitzernen Sternen
die sich vom Dunkeln der Nacht abheben.
Ich falle in das Endlose ---
Raum und Zeit verschwimmen zu einem Ganzen,
ein neuer Horinzont ---
ein neues Leben
Nacht!
Nacht unter Sternen
der Himmel wolkenfrei ---
ewige, weite Nacht,
verdrängt die Sorgen und Ängste,
Gefühle und Gedanken nehmen Gestalt an,
werden zu Riesen in einem Theater der
Weltgeschichte.
Nacht!

Nacht in der Ferne,
die Nacht der Liebe,
unendlich, schützende Nacht,
erweckt unsere Träume zum Leben,
weckt auch unsere Ängste und Sorgen.
Ein Strom --- ein Meer der Gedanken.
Nacht!

Pecoaus der Pecoworld

Freilassen
Es hat mal jemand gesagt,
wenn man sich etwas von ganzem Herzen wünscht,
sollte man es freilassen.

Wenn es dann zu Dir zurückkehrt,
gehört es Dir für alle Zeiten,
wenn es nicht wiederkommt,
hat es Dir sowieso nie gehört!

von Big G. an V.

anders lieben
und zu später mitternachtsstunde
tut er sich weh
verscharrt sein spielzeug
im reich der schatten

sie war so schön
strahlte heller als ein stern
immer fröhlich immer heiter

bis sie in seine hände fiel
und sein schatten sie packte
sie war so fasziniert von seiner dunkelheit

jetzt nahm er sie mit
dorthin wo alle auf ihr stehn
nur er hatte ein lächeln beim vorübergehn

Joerg "Claw"

mann
tief in mir wünsch ich mir die zeit
so ruhig so weich
doch fühl ich wie ein mann
will einen krieg einen feind
ein ziel zum attackieren

irgendwen einen sinn
einen kreuzug der meine energie verbraucht
eine schlacht
einen könig, prinzen, kaiser zu beschützen oder
zu vernichten

eine aufgabe für einen mann
der fühlt wie ein soldat
ich entschuldige mich für mich
doch glaubt mir, wenn das
nächste gemetzel kommt
ziehn hunderte wie ich
wieder in die schlacht

weil nichts verleiht mehr
kraft als ein feind

Joerg "Claw"

spiegel
ich sehe einen mann
in der dunkelheit der nacht
er steht dort ganz allein
schaut so traurig
wahrscheinlich ist er einsam wie ich
kein licht fällt in sein gesicht
nur dunkle schatten
und er selbst
erkennt sich nicht
er macht mir angst
doch dann geh ich hin
und red ihn an
mein augenlicht
fällt ihm ins gesicht
seine augen schaun mich an
kennt er mich
ich red ihn an
schau ihm in die augen
schau ihm in das dunkle meer
will ihn berühren
pralle ab
nur ein spiegelbild

Joerg "Claw"

Ich wünsch Dir Zeit
Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,
Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben,
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst Du etwas daraus machen.
Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Dir Zeit, nicht zum Hasten und zum Rennen
sondern die Zeit, um zufrieden sein zu können.
Ich wünsche Dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben,
ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben:

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.
Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und, Zeit, um zu wachsen, das heisst um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit neu zu hoffen, zu lieben,
es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir, Zeit zu haben zum Leben!